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Sonnenklar!

Vitamin-D-Mangel ist leicht vermeidbar

Häufig wird empfohlen, besonders in den Wintermonaten Vitamin-D-Präparate einzunehmen, um gesund zu bleiben. Ist das überhaupt notwendig? Dieser Frage geht die AOK Hessen in ihrem Expertenbeitrag nach.
Vitamin D regelt den Calcium- und Phosphat-Stoffwechsel und schützt damit vor Osteoporose. Außerdem hat es Einfluss auf die Muskelkraft. Im Gegensatz zu anderen Vitaminen kann der Körper Vitamin D durch Bestrahlung der Haut mit Sonnenlicht selbst bilden.

Die körpereigene Bildung von Vitamin D in der Haut durch die UVB-Strahlen des Sonnenlichts ist jedoch abhängig von Breitengrad, Jahres- und Tageszeit, Witterung, Kleidung, Aufenthaltsdauer im Freien sowie vom Hauttyp. Erwachsenen in Deutschland wird geraten, sich zwischen April und September je nach Hauttyp und Tageszeit täglich maximal für 5 bis 25 Minuten der Sonne auszusetzen. Helle Hauttypen sollten die pralle Mittagssonne allerdings besser ganz meiden.

Von Oktober bis März ist die Sonnenbestrahlung in Deutschland normalerweise nicht stark genug, um ausreichend Vitamin D über die Haut zu bilden. In dieser Zeit kann der Körper aber auf das in den Sommermonaten gespeicherte Vitamin zurückgreifen. Somit entsteht in der Regel keine Mangelerscheinung. Bei regelmäßigem Aufenthalt im Freien – möglichst in der Sonne – macht die körpereigene Bildung von Vitamin D in der Haut etwa 80 bis 90 Prozent der Vitamin-D-Versorgung aus.

Auch die Nahrung kann einen weiteren wichtigen Beitrag zur Vitamin-D-Versorgung leisten. Ein- bis zweimal die Woche sollte fetter Seefisch, wie zum Beispiel Lachs, Hering, Makrele, oder auch das Hühnerei auf dem Speiseplan stehen. Alternativ gehen in geringerem Maße auch Leber und Butter.

Risikogruppen brauchen mehr Vitamin D

Überdosierungen sind durch Sonnenbestrahlung der Haut oder normale Ernährung nicht möglich, sondern nur durch eine überhöhte Zufuhr durch Vitamin-D-Präparate. Diese sollten also nur eingenommen werden, falls der Arzt tatsächlich einen Mangel anhand eines Bluttests feststellt. Zu den Risikogruppen gehören

• Menschen, die sich kaum im Freien aufhalten oder nur mit gänzlich bedecktem Körper nach draußen gehen.

• Menschen mit einer dunklen Hautfarbe, weil die starke Pigmentierung die Bildung des Vitamin D verringert.

• Ältere Menschen, die kaum an die frische Luft kommen (zum Beispiel geriatrische Patienten, Pflegeheimbewohner)

• Säuglinge im ersten Lebensjahr, weil sie nicht unbekleidet der Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden dürfen und Muttermilch nicht ausreichend Vitamin D enthält.

Mangelerscheinungen

Bei Vitamin-D-Mangel im Säuglings- und Kindesalter werden die Knochen unzureichend mineralisiert; als Teil des Krankheitsbildes der Rachitis bleiben sie weich und können sich verformen. Um dieser Erkrankung vorzubeugen, werden Neugeborenen ab dem Ende der ersten Lebenswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres vom Kinderarzt vorsorglich Vitamin-D-Tabletten verschrieben. Die Prophylaxe kann im zweiten Lebensjahr in den Wintermonaten fortgeführt werden.

Auch im Erwachsenenalter kann es zu einer Störung des Knochenstoffwechsels kommen. Durch Demineralisierung können die Knochen weich werden. Besonders im höheren Alter kann Vitamin-D-Mangel zur Entstehung von Osteoporose beitragen, die das Risiko für Stürze und Knochenfrakturen vergrößert. Es ist jedoch nicht ratsam - insbesondere nicht für Kinder und Jugendliche -, ins Solarium zu gehen, um die Vitamin-D-Versorgung zu verbessern: Der künstliche Lichtmix in Solarien entspricht nicht dem natürlichen Sonnenlicht und eine übermäßige Nutzung von Solarien erhöht das Risiko für Hautkrebs.

Körperliche Aktivitäten im Freien sowohl im Sommer als auch im Winter sind für die Muskeln und Knochen genau das Richtige. Zusammen mit einer ausgewogenen Ernährung mit Seefisch ist die Vitamin-D-Versorgung für Personen ohne Risikofaktoren auch ohne Einnahme von Vitamin-D-Präparaten gesichert.
Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team
 

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